Was kostet ein Wintergarten?

Was kostet ein Wintergarten?

Der Natur so nah

Gibt es etwas Schöneres, als die Gartenidylle das ganze Jahr über ins Haus zu holen? Ein Wintergarten ist sozusagen die Schnittstelle zwischen Natur und den eigenen vier Wänden. Optimal geplant erweitert er den Wohnraum um einen täglich genutzten Platz zum Essen, Lesen oder Kaffeetrinken.

Wintergarten - Blick in die Natur
Wintergarten – Blick in die Natur

Wintergärten gibt es in verschiedenen Stilrichtungen und Formen – passend zu jedem Haus. Vom klassischen English Style inklusive vieler romantischer Details über das klar definierte und moderne Giebel- oder Pultdach, offene Glaskuppeln oder Gaupen bis hin zum puristischen Glaskörper.

Mehr Licht, mehr (Wohn-) Komfort: Kostenstruktur eines Wintergartens

Ein Wintergarten als Erweiterung der Küche
Ein Wintergarten als Erweiterung der Küche

Ist der Wintergarten an einer idealen Stelle positioniert, bietet er seinen Nutzern viel Mehrwert. Allerdings gibt es einige Parameter auf die man bei der Planung und späteren Errichtung achten sollte. Damit Kosten und Konstruktionsaufwand im Rahmen bleiben, braucht es klare Definitionen.

Ein romantischer Wintergarten im viktorianischen Stil
Ein romantischer Wintergarten im viktorianischen Stil

• Welchen Zweck soll der Wintergarten erfüllen?
• Wird ein erweiterter Wohnraum benötigt?
• Soll er ganzjährig nutzbar sein?
• Dient die Fläche einem Überwinterungsquartier für Pflanzen?

Abhängig vom Wintergartentyp, seiner Größe, den verwendeten Baumaterialien, der Ausstattung und Einrichtung lassen sich Rückschlüsse auf die einzelnen Kostenfaktoren ziehen.

Welche Arten von Wintergärten gibt es?

Im Prinzip hängt die Frage nach den unterschiedlichen Wintergartentypen auch ein bisschen von deren Lage ab. Wer an der Nordseite eines Hauses mindestens sechs Quadratmeter für die Planung zur Verfügung hat, braucht für den zusätzlich gewonnen Raum zwar keinen Sonnenschutz, wird aber auch nicht überhitzen. Das heißt, an dieser Position braucht man eine leistungsstarke Heizung oder nutzt den Verbau als Pflanzen-Winterquartier. Ein Anbau an der Südseite hingegen ist geradezu prädestiniert für Sonnenenergie und damit genügend Wärme. Ein Grund mehr hier an zusätzliche Wohnfläche zu denken. Allerdings benötigen Bewohner in diesem Fall einen guten Sonnenschutz, ausreichende Belüftungskonstruktionen und eine bessere, beziehungsweise wohnlichere Ausstattungsqualität.

Kaltwintergarten

Kaltwintergarten in dunkler Farbe
Kaltwintergarten in dunkler Farbe

Er gilt als „Basisvariante“ eines Wintergartens und bietet ausreichend Platz für Pflanzen – sowohl in den Sommer- als auch Wintermonaten. Als Wind- und Regenschutz konzipiert, bleibt er frostfrei und ist meist in unkomplizierten Ausführungen zu haben. Mit einfach aufschiebbaren Frontelementen bleibt seine Bedienung stets nutzerfreundlich und multifunktional.

Vorteile:

• Die einfachste und preiswerteste Variante
• Praktischer Stauraum für Gartenmobiliar im Winter
• Dient als Klimapuffer und verlängert Ihre Terrassensaison
• Bietet Schutz vor Niederschlag und fungiert als Terrassendach

Preise:

Die einfache Alukonstruktion schafft indes auch für Heimwerker den Anreiz für ein DIY-Projekt im heimischen Garten.

• Als Bausatz zum Selbstaufbau bewegen sich die Preise zwischen 3.000 bis 4.000 Euro. Das spart wesentlich Geld, kostet aber jede Menge Zeit.
• Wer sich lieber beraten lässt und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen möchte, muss mit Preisen ab 18.000 EUR kalkulieren.
• Als Richtwert für einfach verglaste und nicht isolierte Modelle gelten 400 bis 800 Euro pro Quadratmeter Hüllfläche (Front-, Dach- und Seitenfläche) und 1.700 Euro pro Quadratmeter Grundfläche – je nach Material und Modell.

Warmwintergarten

Moderner Warmwintergarten in weiss
Moderner Warmwintergarten in weiss

In modernen Ausprägungen wirkt er weniger als „Zubau“, sondern vielmehr als Wärmespeicher und Klimapufferzone. Seine Vorteile liegen klar in seiner Beheizbarkeit. Temperaturen rund um 14 bis 20 Grad Celsius sind die Regel, hängen aber von regionalen Verhältnissen ab, da diese Form des Wintergartens nicht besonders wärmeisoliert ist. Das bedeutet, er ist auch in den kühleren Monaten im Jahr nutzbar, allerdings mit Einschränkungen. Denn mittelwarme Wintergärten benötigen keine Ausrichtung nach der EnEV (Energiesparverordnung). Auch diese Variante ist im Bausatz erhältlich und wird in Holz- oder Alukonstruktionen angeboten.

Vorteile:

• Im Sommer vollständig – im Winter teilweise als optionaler Wohnraum nutzbar
• Ideal zum Überwintern kälteempfindlicher Pflanzen
• Dient als Wärmespeicher und Frostschutz
• Anschaffungskosten moderat, Heizkosten dafür sehr hoch

Preise:

Diese Ausführung ist in der Regel klar vom Hauptgebäude getrennt und eine baulich als auch optisch eigene Einheit. Da nur ein Mindestmaß an Wärmedämmungsmittel benötigt wird, sind die Kosten geringer als bei einem Wohnwintergarten.

• Als DIY-Bausatz bewegen sich die Anschaffungskosten zwischen 8.000 und 15.000 Euro im unteren Preissegment. Eine günstige Möglichkeit optionalen Wohn- und Stauraum zu schaffen.
• Planung, Organisation und Aufbau vom Fachmann kostet in dieser Ausstattungsqualität bereits wesentlich mehr und bewegt sich zwischen 15.000 und 30.000 Euro.
• Bei zusätzlichen Leistungen erhöhen sich die Kosten auf rund 600 bis 900 Euro pro Quadratmeter Hüllfläche und ab 2.500 Euro pro Quadratmeter Grundfläche.

Wohnwintergarten

Wohnwintergarten in hellgrau mit Vorhängen
Wohnwintergarten in hellgrau mit Vorhängen

Der Wohnwintergarten kann ganzjährig als Wohnfläche genutzt werden, ist beheizbar und verfügt über eine reibungslos funktionierende Wärmedämmung als auch Belüftung. So verhindert die Konstruktion unangenehme Stauhitze im Sommer und lässt die Heizkosten im Winter nicht explodieren. In sehr offen gehaltenen Wohnräumen verschmelzen beide Baukörper – Haus und Wintergarten – fließend miteinander. Ohne markante und räumliche Trennung durch Mauern, Türen, Wände oder Fenster wird ein Wohnwintergarten zu einer reizvollen architektonischen Bauvariante. Bei Bedarf lassen sich diese Quadratmeter als vollwertige Wohnräume ausstatten, allerdings findet die EnEV Anwendung und die Bodenplatten müssen den Bestimmungen für Wohngebäude entsprechen. Was sich natürlich auf die Gesamtkosten auswirkt.

Vorteile:

• Schaffung von lichtdurchfluteten, hellen und wohnlichen Wohlfühloasen
• Hohe Wohnqualität
• Ideal für empfindliche Pflanzen
• Architektonisch sehr ansprechend umsetzbar
• Bei idealer Belüftung und Dämmung guter Wärmespeicher

Preise:

• In Form eines DIY-Fertigteil-Baukastens ist diese Ausstattungsvariante zwar ab 15.000 Euro zu haben, doch wer sich die Aufstellung der Gesamtkonstruktion nicht zutraut, sollte auf eine detaillierte Planungshilfe achten. Erhältlich im  Niedrigpreissegment ab 15.000 Euro – inklusive spezieller Verglasung, aber ohne Fundament, Sonnenschutz, Heizung, Belüftung und Montage.
• Konzept, Planung, Organisation und Aufbau von professionellen Anbietern ab 20.000 Euro – nach oben praktisch unlimitiert und von Sonderwünschen abhängig
• Als Richtwert werden bei einem Wohnwintergarten je nach Glasqualität und Rahmenmaterial Kosten zwischen 1.500 und 2.500 Euro pro Quadratmeter Grundfläche und 800 bis 1300 Euro pro Quadratmeter Hüllfläche angesetzt.

Rechtliches zum Bau eines Wintergartens

Die Errichtung eines Wintergartens ist genehmigungspflichtig. Zu nahe an der Grundstücksgrenze geplant, benötigt man zusätzlich das Einverständnis angrenzender Nachbarn. Ob der Anbau überhaupt realisiert werden kann, hängt von der zuständigen Baubehörde ab.

Grundkosten ohne Konstruktion

• Baugenehmigung & Formalitäten: 400 bis 750 Euro (regionale Unterschiede)
• Fundament: 1.400 bis 5.800 Euro
• Heizung: 2.500 bis 5.000 Euro (Wärmepumpe, Kamin, Fußbodenheizung, Bodenkonvektoren)
• Belüftung: 200 bis 2.000 Euro (Dachlüftung, Querlüftung, Diagonallüftung)
• Sonnenschutz: 2.000 bis 3.500 Euro (Außen- oder Innenbeschattung)
• Montage: 2.000 bis 6.000 Euro (durchschnittlicher Stundensatz 60 bis 90 Euro pro Monteur)

Unterschiedliche Materialien

Wohnwintergarten im Landhausstil
Wohnwintergarten im Landhausstil

Tragende Konstruktionen eines modernen Wintergartens bestehen aus Aluminium, Stahl, Holz oder Kunststoff. Reine Glasbaukörper sind architektonisch zwar möglich, aber aufgrund der Planungsintensität und mangelnder Umsetzungsmöglichkeiten relativ selten.

• Klassische Wintergärten aus Holz für Liebhaber des viktorianischen Stils
• Einfache Holz-Wintergärten mit Alu-Schiebetüren
• Pflegeleichte, langlebige Aluminium-Wintergärten
• Aluminium-Holz-Wintergärten mit dem natürlichen Material Holz im Innenraum und dem witterungsbeständigen Material Aluminium außen
• Innovative Solarwintergärten
• Mittelstabile und gering gedämmte Wintergärten aus Kunststoff für den kleinen Geldbeutel

 

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